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Trockenheit erhöht die Gefahr von spontanen Astabbrüchen im Wald

19. August 2026

Trockenheit erhöht die Gefahr von spontanen Astabbrüchen im Wald

Forstrevier Bülach–Höri–Hochfelden, 14. August 2026

Die seit Wochen anhaltende Trockenheit hat die Waldbäume zunehmend unter Trockenstress gesetzt. Im Forstrevier Bülach–Höri–Hochfelden wurden aktuell bereits spontane Grünastabbrüche beobachtet. Das Forstrevier weist deshalb auf die derzeit erhöhte Gefahr von Astabbrüchen hin.

 

Wenn grüne Äste plötzlich abbrechen

Besonders tückisch sind sogenannte Grünastabbrüche. Dabei können lebende, belaubte Äste ohne erkennbare Vorzeichen abbrechen. Das Phänomen ist aus verschiedenen Regionen und bei verschiedenen Baumarten bekannt und tritt insbesondere bei grossen, ausgewachsenen Bäumen mit weit ausladenden Ästen auf.

Die lang anhaltende Trockenheit setzt die Bäume unter erheblichen Stress. Dadurch können physiologische Prozesse beeinträchtigt und einzelne Äste geschwächt werden, was unter bestimmten Bedingungen zu spontanen Astabbrüchen führen kann. Die genauen Ursachen und Auslösemechanismen dieses Phänomens sind wissenschaftlich noch nicht abschliessend geklärt.

Das Besondere daran: Ein Ast kann abbrechen, obwohl weder für Waldbesuchende noch für Fachpersonen zuvor eindeutige Anzeichen für einen bevorstehenden Bruch erkennbar sind. Bei Untersuchungen wurden auch Bruchstellen an Ästen festgestellt, deren Holz zuvor äusserlich weitgehend gesund und unauffällig erschien.

 

Eichen im besonderen Fokus

Die ausgedehnten, teilweise alten Eichenbestände gehören zu den prägenden Waldgesellschaften des Forstreviers Bülach–Höri–Hochfelden.

Die Eiche gehört grundsätzlich zu den trockenheitstoleranteren heimischen Baumarten. Ihre hohe Anpassungsfähigkeit bedeutet jedoch nicht, dass sie bei lang anhaltendem Wasserdefizit vor Belastungen geschützt ist. Untersuchungen zeigen, dass auch ausgewachsene Eichen unter extremer Trockenheit erheblichen Wasserstress entwickeln können.

Für die aktuelle Situation besonders relevant sind grosse Eichen mit weit ausladenden Kronen. Bei solchen Bäumen wirken aufgrund der grossen Astlängen und des Eigengewichts erhebliche mechanische Kräfte auf die einzelnen Äste. Spontane Astabbrüche sind bei Eichen seit langem dokumentiert und können insbesondere bei grossen, horizontal ausladenden Ästen auftreten.

Neben Eichen können grundsätzlich auch andere Baumarten von spontanen Astabbrüchen betroffen sein. Besonders relevant sind grosse und grosskronige Bäume sowie Bäume, die unter den aktuellen Bedingungen starkem Trockenstress ausgesetzt sind.

 

Die Gefahr ist nicht zuverlässig erkennbar

Eine besondere Schwierigkeit besteht darin, dass sich ein bevorstehender spontaner Astabbruch nicht zuverlässig anhand des äusseren Erscheinungsbildes eines Baumes erkennen lässt. Auch eine fachkundige Beurteilung kann einen solchen Bruch deshalb nicht vollständig ausschliessen.

 

Verhalten im Wald

  • Das Forstrevier Bülach–Höri–Hochfelden bittet die Bevölkerung, die aktuelle Situation ernst zu nehmen und das Verhalten entsprechend anzupassen.
  • Auf längere Aufenthalte direkt unter grossen Baumkronen sollte bei der aktuellen Trockenheit möglichst verzichtet werden. Dies gilt insbesondere für grosse Eichen und andere grosskronige Bäume.
  • Für längere Aufenthalte, etwa zum Sitzen, Picknicken oder Spielen, sollten möglichst offene Bereiche oder Standorte mit geringer Kronenüberschirmung gewählt werden.
  • Bei aufkommendem Wind, starken Böen oder Gewittern gilt im Wald grundsätzlich besondere Vorsicht.
  • Absperrungen und Signalisationen sind zwingend zu beachten.

Die aktuelle Situation betrifft nicht nur die Vitalität der Waldbäume, sondern vorübergehend auch die Sicherheit im Wald. Spontane Grünastabbrüche können ohne erkennbare Vorzeichen auftreten und sind deshalb auch für erfahrene Waldbesuchende nicht zuverlässig vorhersehbar.

Das Forstrevier Bülach–Höri–Hochfelden beobachtet die Entwicklung der Waldsituation laufend und trifft dort, wo konkrete Gefahren erkannt werden, die notwendigen Massnahmen.

Forstrevier Bülach–Höri–Hochfelden

Heruntergefallener Ast