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Hochstammobstgarten

Der Obstgarten Höri; die Genbank für traditionelle Apfelsorten
Der Obstgarten Höri umfasst mehr als 300 Bäume mit rund 250 verschiedenen Sorten, nämlich 200 verschiedene Aepfel, 50 Birnen, 6 Kirschen und 4 Zwetschgen. In Höri steht somit eine der ersten grossen Obstsortensammlung der Schweiz die immer wieder Früchte für Ausstellungen und Edelreiser für die Weiterverbreitung liefert. Eine erste Serie von Jungbäumen, vorwiegend aus Karl Stoll's Sortensammlung in Wädenswil wurde im Frühjahr 1986 gepflanzt, worauf in den Jahren 1987, 1989 und dann bis 2005 weitere Pflanzungen folgten.
Seit 2003 ist der 7 ha grosse Obstgarten Höri anerkannt als Primärsammlung des Nationalen Aktionsplanes des Bundes NAP.
Im Vordergrund der Sortenauswahl stehen die im Gebiet der deutschsprachigen Schweiz entstandenen Varietäten, wie Oberrieder Glanzreinette, Stäfner Rosen, Hansuli, Stadler Hagapfel usw., welche im Erwerbsobstbau keinen Platz mehr finden. Berücksichtigt werden aber auch jene Sorten ausländischer Herkunft, deren Qualität ehemals von Experten gepriesen worden ist, wie Damason Reinette (Lederapfel), Kasseler Reinette, Jakob Lebel usw.. Eine wertvolle Rarität und wohl primitivste Form kultivierter Apfelsorten "Sternapi", die schon den Römern bekannt war, hat Prof. Roger Corbaz nach Höri gebracht. Weitere Kuriositäten sind die Birnensorte Schweizerhose und die Streifenkirsche.
Der Obstgarten Höri ist auch ein Naturschutzprojekt, weshalb alte Bäume und dürre Baumruinen, stehen gelassen werden. Pflanzenschutzmassnahmen werden in diesem Obstgarten nur sehr beschränkt getätigt. Auf diese Weise besteht jedoch die Möglichkeit, das Resistenzverhalten der alten Sorten unter den heutigen Bedingungen zu studieren.
Seit 2003 ist der Obstgarten Höri Teil des FRUCTUS Obstlehrpfades Höri – Steinmaur. Dieser Lehrpfad soll den Sinn der Erhaltung der Vielfalt einheimischer Obstsorten der Öffentlichkeit näher bringen.
Der Obstgarten Höri sowie alle andern Sortenrefugien tragen dazu bei, dass unserer Nachwelt erhalten bleibt, was die Natur und die Völker über Jahrtausende an Fruchtformen, -farben und -aromen zustande gebracht haben.


Obstlehrpfad

Auf der 8 km langen Wanderroute von Höri nach Steinmaur erfahren Sie auf neun verschiedenen Informationstafeln viel Wissenwertes über unser Obst. Auf den Tafeln stehen jeweils spielerische Fragen zu den Themen.

Und so finden Sie den Lehrpfad:

Mit dem Auto: In Niederhöri bei der Bushhaltestelle links abbiegen (Richtung Höriberg). Folgend Sie der Strasse bis zur Parkplatztafel "Höriberg", wo Sie der Signalisation folgend abbiegen und bis zum Parkplatz (Kiesweg durch den Wald) fahren. Von dort geht es zu Fuss, wo Sie schon bald die erste Infotafel sehen werden (siehe Plan).

Mit dem Bus: Von der Bushhaltestelle Niederhöri gehen Sie zu Fuss in Richtung Höri (geradeaus), biegen dann beim ersten Wegweiser links ab und folgen den weiteren Obstgareten Wegweisern (siehe Plan).

Der Weg führt über den Höriberg und anschliessend zum SVS-Naturschutzzentrum Neeracherried. Eingangs Steinmaur präsentiert sich ein Obstbau-Familienbetrieb mit einer neuzeitlichen Kirschenanlage unter einem Regendach.

Vorbei an einer alten Eiche und einer Wildhecke führt der Lehrpfad durch den 6 ha grossen privaten Hochstamm-Obstgarten der Familie Hans Brunner in Steinmaur mit je rund 400 Hoch- und 400 Halbstammbäumen und mit 150 Apfel- und Birnensorten.

Den Abschluss bildet die Mosterei Brunner, ein 1910 gegründetes Familienunternehmen in Steinmaur.